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UG gründen: Ablauf, Kosten und Rücklagepflicht Ratgeber

UG gründen: Ablauf, Kosten und Rücklagepflicht

Wie Sie die UG (haftungsbeschränkt) mit wenig Kapital gründen, welche Schritte vom Musterprotokoll bis zum Handelsregister nötig sind und worauf Sie bei der Rücklagepflicht achten müssen.

20. Juni 2026 5 Min Lesezeit

Kurzzusammenfassung

Die UG (haftungsbeschränkt) - oft Mini-GmbH genannt - ist der kapitalschonende Einstieg in die Haftungsbeschränkung. Sie funktioniert rechtlich wie eine GmbH, lässt sich aber schon ab 1 Euro Stammkapital gründen. Der Preis dafür: eine jährliche Rücklagepflicht und etwas weniger Standing am Markt. Wie die Gründung abläuft, was sie kostet und wann sich stattdessen gleich die GmbH lohnt, klären wir hier. Welche Form grundsätzlich zu Ihnen passt, ordnet der Überblick Rechtsform wählen ein.

Was ist die UG (haftungsbeschränkt)?

Die UG ist keine eigene Rechtsform, sondern eine Variante der GmbH mit niedriger Kapitalhürde. Sie ist eine eigene juristische Person und haftet mit ihrem Gesellschaftsvermögen, nicht mit dem Privatvermögen der Gesellschafter. Genau diese Haftungsbeschränkung ist der Grund, warum viele die UG dem Einzelunternehmen vorziehen. Details im Glossar: UG (haftungsbeschränkt), Stammkapital, Musterprotokoll und Handelsregister.

Voraussetzungen für die UG-Gründung

Stammkapital ab 1 Euro Vollständig in bar einzuzahlen. Sinnvoll ist mehr, damit die Gründungskosten gedeckt sind und keine Überschuldung droht.
Gesellschafter Eine oder mehrere Personen - auch die Ein-Personen-UG ist möglich.
Geschäftsführung Mindestens ein Geschäftsführer, der die UG vertritt.
Gesellschaftsvertrag Individuell oder über das vereinfachte Musterprotokoll (bis 3 Gesellschafter, 1 Geschäftsführer).
Notar Gesellschaftsvertrag und Geschäftsführerbestellung müssen notariell beurkundet werden.

UG gründen: der Ablauf Schritt für Schritt

Die Reihenfolge entspricht der GmbH-Gründung - nur mit geringerer Kapitaleinzahlung.

Gesellschaftsvertrag/Musterprotokoll: Gesellschafter, Stammkapital, Geschäftsführung und Unternehmensgegenstand festlegen.
Notartermin: Beurkundung des Vertrags und der Geschäftsführerbestellung - vor Ort oder per Video.
Stammkapital einzahlen: Geschäftskonto eröffnen und das Kapital vollständig in bar einzahlen (keine Sacheinlagen).
Handelsregister: Der Notar meldet die UG an; mit der Eintragung (HRB) entsteht sie als juristische Person.
Gewerbeanmeldung: Anmeldung beim Gewerbeamt.
Finanzamt: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung und Steuernummer.

Wie die Gewerbe- und Finanzamtsanmeldung genau läuft, beschreibt der Ratgeber Gewerbe und Finanzamt: die Gründung richtig anmelden.

Die Rücklagepflicht der UG

Der wichtigste Unterschied zur GmbH: Die UG muss jährlich ein Viertel ihres Jahresüberschusses als gesetzliche Rücklage einbehalten. Diese Rücklage darf nur verwendet werden, um sie später in Stammkapital umzuwandeln oder Verluste auszugleichen. Sobald das Kapital so auf 25.000 Euro angewachsen ist, entfällt die Pflicht und die UG kann als GmbH firmieren. Bis dahin ist die Gewinnausschüttung also eingeschränkt - das sollten Sie in der Finanzplanung berücksichtigen.

Was kostet die UG-Gründung?

Mit Musterprotokoll bleiben die Kosten überschaubar: Notar- und Handelsregistergebühren liegen meist im niedrigen dreistelligen Bereich, dazu das eingezahlte Stammkapital, das aber Vermögen der UG bleibt. Eine ausführliche Aufschlüsselung der Kapitalgesellschafts-Kosten finden Sie im Beitrag GmbH gründen: Kosten im Überblick; die Positionen sind bei der UG vergleichbar, nur das Stammkapital ist niedriger.

UG oder GmbH - was passt zu Ihnen?

Die UG ist ideal, wenn Sie mit wenig Kapital starten und die Haftung trotzdem beschränken wollen. Sobald es um größere Investitionen, Bankfinanzierungen oder das Standing gegenüber Geschäftspartnern geht, ist die GmbH oft die bessere Wahl. Viele gründen zunächst eine UG und wandeln sie später um. Die ausführliche Abwägung steht im Überblick Rechtsform wählen.

So gehen Sie es an

Auch bei der UG entscheidet die Vorbereitung: ein klarer Unternehmensgegenstand, ein passendes Musterprotokoll und eine Finanzplanung, die die Rücklagepflicht berücksichtigt. Wir bereiten die Gründung mit Ihnen vor und sorgen dafür, dass Konzept, Finanzierung und Rechtsform zusammenpassen. Sprechen Sie uns an - persönlich in Leipzig und Halle oder online, deutschlandweit. Den passenden Businessplan erstellen lassen wir auf Wunsch gleich mit.

Marcus Jegszent

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Häufige Fragen

Wie viel Stammkapital braucht die UG?

Rechtlich genügt 1 Euro. Sinnvoll ist mehr - genug, um die Anlauf- und Gründungskosten (Notar, Handelsregister) zu decken, damit die UG nicht von Beginn an überschuldet ist. Üblich sind einige Hundert bis wenige Tausend Euro.

Was ist die Rücklagepflicht bei der UG?

Die UG muss jedes Jahr ein Viertel ihres Jahresüberschusses als gesetzliche Rücklage einbehalten, bis das Stammkapital 25.000 Euro erreicht. Erst dann darf der Gewinn voll ausgeschüttet werden und die UG kann in eine GmbH umgewandelt werden.

Was kostet die UG-Gründung?

Mit Musterprotokoll fallen vor allem Notar- und Handelsregisterkosten an, in der Regel ein niedriger dreistelliger Betrag. Dazu kommt das eingezahlte Stammkapital, das aber Vermögen der UG bleibt.

UG oder GmbH - was ist besser?

Die UG punktet mit niedriger Kapitalhürde, hat aber Rücklagepflicht und wirkt am Markt weniger etabliert. Die GmbH verlangt 25.000 Euro Stammkapital, gilt aber bei Banken, Lieferanten und Kunden als seriöser. Welche Form passt, hängt von Kapital und Vorhaben ab.

Kann man eine UG online gründen?

Ja. Seit 2022 ist die notarielle Beurkundung der Gründung per Videokommunikation möglich. Ablauf und Pflichten bleiben dieselben; der Notartermin findet online statt.

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